Das Elsass – besser Campen geht kaum

Ihr wollt mit dem Wohnmobil ins Elsass und sucht noch Tipps? Dann nehmt diesen hier: Jetzt bitte aufhören zu lesen, Camper einpacken und losfahren. Denn noch camperfreundlicher als in Frankreich geht es kaum. In fast jedem Ort findet man einen Stellplatz, immer super gepflegt und immer zentrumsnah. Einen besonderen Ort möchte ich auch gar nicht empfehlen, denn wirklich jede Stadt, die wir besucht haben, hat mich sofort in ihren Bann gezogen.

Ihr wollt trotzdem lesen, was wir erlebt haben? Na, dann bitte schön.

Für die Herbstferien haben wir uns für “Nachhilfe light” und einen Roadtrip ins Elsass entschieden. Aus der Idee, unserer Tochter einmal das Land zu zeigen, in dem die ach so schwere Sprache gesprochen wird, wurde einer der schönsten Kurztrips seit wir Camper fahren.

Straßburg

Von München ging es direkt nach Straßburg. Das ist sehr entspannt in weniger als 5 Stunden zu schaffen. Dort hatten wir den City Camp schon vorreserviert und konnten mit wenig Aufwand einchecken. Der Campingplatz ist echt super. Ruhig gelegen mit vielen Bäumen am Stadtrand von Straßburg. Mit Bus oder Tram ist man in einer halben Stunde in der Innenstadt. Und das ist auch der einzige Nachteil, den ich feststellen konnte. Der Bavarian Camper Dog darf nämlich in Frankreich nur Tram fahren (mit Maulkorb) und die Haltestelle ist viel weiter weg als die Bushaltestelle.

 

Für die Stadt selbst besorgt man sich am besten einen Reiseführer oder lässt sich einfach treiben. In der Touristeninformation bekommt man einen Stadtplan, aber auch Google hilft immer weiter. Wir haben uns einfach einen Tag lang treiben lassen. Haben dort Pause gemacht, wo es schön war und uns nur von außen auf die Sehenswürdigkeiten gestürzt ….. denn mit Hund sind Städtetrips ehrlich gesagt nicht optimal.

Gertwiller und Riquewihr

Von Straßburg aus sind wir zunächst nach Gertwiller gefahren. Dort befinden sich zwei Lebkuchenmuseen und das ganze Dorf duftet nach Nelne, Zimt, Anis. Das Museum von Fortwenger haben wir besucht, insbesondere für Kinder ist das wirklich sehr nett gemacht. Wir “Großen” haben uns allerdings mehr beim anschließenden Shoppen im Fabrikverkauf verausgabt, bevor es dann nach Riquewihr ging. Der Campingplatz dort ist ebenfalls etwas außerhalb, idyllisch am Weinberg gelegen, kostengünstig und mit sehr angenehmen Sanitärs. In die Stadt läuft man knapp 30 Minuten, Öffis gibt es keine.

Pause in Riquewihr

Weil der Campingplatz gar so idyllisch war und wir nach der Fahrerei mal durchatmen wollten, haben wir nun einen Tag Pause eingelegt. Riquewihr ist wirklich eine Reise wert und lädt ein einen Tag zu Bummeln, viel Wein zu verkosten und das mittelalterliche Flair zu bestaunen. Hier kann man sich eine Weile treiben lassen, bevor man dann an den Tischen der unzähligen Weinkellereien Platz nimmt und probiert.

Colmar

Auch Colmar hat einen zentrumsnahem, mit dem Bus super erreichbaren Campingplatz. So schön am Fluss gelegen, dass wir hier gerne nochmal ein paar Tage bei besserem Wetter verbringen möchten. Colmar ist spitze. Überschaubarer als Straßburg aber dennoch so vollgepackt mit Architektur, Shopping und Kulinarik, dass man gar nicht merkt wie schnell der Tag vorbeigeht.

Eguisheim

Eigentlich wollten wir die Rückreise via Zürich und das Schokoladenmuseum von Lindt antreten, aber dort waren leider alle Tickets ausverkauft. Also haben wir der Schweiz buchstäblich den Rücken zugedreht und einen weiteren Tag Frankreich genossen. Da die Route nach Eguisheim wirklich nur ein Katzensprung ist, haben wir in Colmar noch ein rieeesiges Shoppingcenter besucht (mit dem wirklich mega-monster-riesigstens Supermarkt den ich je gesehen habe) und wir haben auch bei Decathlon noch nach Camper-Goodies gestöbert. Dann ging es auf nach Eguisheim. Hier liegt der Campingplatz wirklich mitten im Zentrum und gleichzeitig auch mitten im Weinberg und ist Ausgangspunkt für zahlreiche Weinwanderungen, wie wir den aufgestellten Schildern entnehmen durften (Wiederkommen!!). Eguisheim ist als eines der schönsten Dörfer Frankreichs ausgezeichnet und wie alle anderen, zuvor besuchten Städtchen: bezaubernd. Viel zum Ansehen und Shoppen gab es Anfang November nicht mehr. Die geöffneten Weingüter mit Probierangeboten und ein Spaziergang durch die Stadt haben uns aber sehr gefallen.

Hier nochmal zusammengefasst unsere Tipps fürs Elsass:

  • Keine großen Pläne schmieden, einfach treiben lassen
  • In Restaurants immer reservieren, falls ihr mit Fellnase reist: unbedingt “mit Hund” sagen
  • Campingplätze in den großen Städten online reservieren (Colmar und Straßburg)
  • Weihnachtsmärkte besuchen (wir haben das leider verpasst)
  • Lieber Öffis oder zu Fuß – die vielen Weinproben haben es in sich

Bleibt noch die Frage ob das mit der Nachhilfe geklappt hat. Ich würde sagen: Ja. Zwar spricht man im Elsass fast überall auch Deutsch, aber unsere Tochter hat viel Französisch gelesen (an der Straße, in den Städten) und vor allem ein wenig Kulturluft geschnuppert. Französisch ist nicht mehr nur schwer, sondern auch die Sprache in dem Land, in dem man so gut Essen und Shoppen kann, wo es riesige Supermärkte und tolle Campingplätze gibt und die sich im Urlaub im Autoradio auf einmal gar nicht mehr sooo schwer anhört.

Impressionen